Die oft unterschätzte Wirkung von Requisiten (mit Praxisbeispielen)
- Lukas Thies

- 10. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Nov. 2025
Der gezielte Einsatz von Requisiten führt zu mehr Wirkung nicht nur im Theater, sondern vor allem auch bei Präsentationen!
Was sind Requisiten?
Requisiten sind Gegenstände, die in Theaterstücken, Filmen, Fernsehproduktionen und auch bei Präsentationen verwendet werden, um die Handlung oder Kernaussagen zu unterstützen. Dazu zählen Alltagsgegenstände, symbolische Objekte oder sogar Multimedia-Elemente wie Videos und Tonaufnahmen.
Requisiten dienen dazu einer Rede mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, eine Geschichte einprägsamer zu erzählen und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Der gezielte Einsatz von Requisiten wird deine Botschaft lebendiger, eindrucksvoller und nachvollziehbarer machen.
Requisiten sind daher weit mehr als nur Bühnendekoration oder einfache Gegenstände in einer Präsentation. Requisiten helfen, komplexe Informationen zu veranschaulichen, Emotionen zu wecken und das Publikum aktiv einzubinden.

Tipps für den effektiven Einsatz von Requisiten
Passgenaue Auswahl: Requisiten sollten thematisch zum Inhalt passen und die Botschaft der Präsentation stärken, ohne abzulenken.
Unterstützung komplexer Inhalte: Modelle, Grafiken oder Prototypen können helfen, technische oder wissenschaftliche Informationen anschaulich zu erklären.
Emotionale Einbindung: Ein Gegenstand mit symbolischer Bedeutung kann das Publikum emotional berühren und die Rede lebendiger machen.
Interaktive Requisiten: Mikrofone, Abstimmungsgeräte oder andere Tools können das Publikum aktiv einbinden und die Beteiligung erhöhen.
Geschichten erzählen: Persönliche Gegenstände oder Anekdoten als Requisiten verbessern die Verbindung zwischen Redner und Publikum.
Weniger ist mehr. Achte darauf wirklich nur gezielt und punktuell Requisiten einzusetzen. Aus Erfahrung kann ich sagen, verwende nie mehr als 3 Gegenstände pro Rede und das wäre schon das Maximum. Ansonsten werden die Requisiten mehr ablenken als sie für die Botschaft des Vortrages förderlich sind.
Entscheide, wann die Requisite zum Einsatz kommen soll, um die größtmögliche Wirkung beim Publikum zu erzielen. Und entscheide zudem, ob das Publikum den Gegenstand danach weiterhin sehen soll oder ob du den Gegenstand wieder vollständig aus dem Blickfeld des Publikums entfernst, um Ablenkungen zu vermeiden.
Als letzte Vorbereitung darfst du dir noch überlegen, ob es eine Überraschungsrequisite oder eine vorausschauende Requisite werden soll. Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Während die Überraschungsrequisite im Redefluss für zusätzliches Erstaunen/Humor/Kreativität… sorgt, wird eine vorausschauende Requisite hingegen stärker die Kernbotschaft der Rede unterstützen.
Praxisbeispiele:
vorausschauende Requisite: Vor einigen Jahren hielt ich mal einen Vortrag über „Zeit“. In dieser Rede entschied ich mich dazu eine Requisite einzusetzen. Warum, fragst du dich vielleicht? Nun, das Phänomen "Zeit" kann ein sehr komplexes Thema sein und um das Publikum im Hier und Jetzt abzuholen und sich mit dem Thema zu identifizieren setzte ich eine Uhr ein. Es war eine runde, analoge, goldene Uhr mit einem klaren Ziffernblatt. Ich hielt sie zu Beginn meiner Rede hoch, hielt ein paar Sekunden inne und stellte sie anschließend nach ein paar Sätzen auf den nächsten Tisch. Das Publikum hatte fortan die ganze Zeit über die Uhr im Blickfeld. Diese Vorgehensweise untermauert in der Rede definitiv das Gesagte und somit werden die Informationen besser im Bewusstsein verankert.

Um den direkten Vergleich zu einer überraschenden Requisite aufzuzeigen. Hätte ich selbige Rede gehalten, jedoch statt der goldenen analogen Uhr eine Taschenuhr aus meiner Hosentasche hervorgezogen, dann wäre das eine überraschende Requisite gewesen. Hierbei sind Inszenierung und Wortwahl genauso entscheidend, wie die Requisite selbst. Die Worte könnten lauten: „Zeit verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Die meisten von uns tragen inzwischen gar keine Armbanduhr mehr, sondern nutzen (auf die Hosentasche zeigend, Publikum wird aktiviert und denkt automatisch ans Handy) auch eine (Publikum erwartet ein Handy und sieht nun eine Taschenuhr, die langsam aus der Hosentasche gezogen wird) Taschenuhr. Dies wäre ein Beispiel für eine überraschende Requisite humorvoll inszeniert, die zudem für Erinnerungscharakter sorgt. Ich nenne daher eine Requisite auch gerne Emotionsankurbelungsmaschine.
Fazit
Wir haben gelernt: Die Wirkung von Requisiten sollte nicht unterschätzt werden! Requisiten erhöhen die Aufmerksamkeit und helfen, die wichtigsten Punkte des Vortrages nachhaltig zu verankern. Sie lassen deine Präsentation einprägsamer und unterhaltsamer werden. Doch gleichzeitig solltest du vermeiden Requisiten einzusetzen, um schwache Inhalte zu kaschieren. Stattdessen setze sie als sinnvolle Ergänzung zu einer starken Botschaft ein. Merke dir: Lieber wenige, gut gewählte Requisiten als viele störende Gegenstände.
Du hast noch nie Gegenstände in deinen Reden und Vorträgen verwendet? Na, dann wäre jetzt der ideale Zeitpunkt es mal auszutesten und zu beobachten wie diese in Szene gesetzten Gegenstände zusätzlich Wirkung entfachen. Falls du keinen geeigneten Gegenstand für deine nächste Rede zu Hause hast, schau einfach mal in ein paar Läden in deiner Nähe oder auf dem Flohmarkt nach, du wirst bestimmt fündig. Ansonsten hilft das Internet natürlich auch immer weiter.
Welche Erfahrungen hast du mit Requisiten schon gesammelt, schreib es gerne in die Kommentare. In diesem Sinne, du bist nicht allein, die Requisite wird auf der Bühne bei dir sein. Hab Mut zum Ausprobieren!


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