Das Geheimnis hinter Wortbedeutungen
- Lukas Thies

- 5. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Nov. 2025
Erfahre, wie Worte und Wortbedeutungen deine Kommunikationsfähigkeit und Zufriedenheit maßgeblich beeinflussen und wie du Wortbedeutungen bewusst für dich verändern kannst.
Ein Praxisbeispiel aus dem Alltag:
Es ist ein regnerischer Herbsttag. Stell dir vor, du stehst morgens auf und es regnet wie aus Eimern, deine Stimmung ist sofort getrübt, weil du schlechtes Wetter unmittelbar mit der Emotion verknüpfst - gefangen zu sein. Gefangen im übertragenen Sinne, du bist eingeschränkter in deinen Handlungen. Doch ist das wirklich so? Schauen wir uns das ganze doch mal genauer an.
Vielleicht ist gerade Wochenende und du hattest in Erwägung gezogen einen ausgiebigen Spaziergang zu unternehmen. Pustekuchen!
Wie das Schicksal so spielt, beschwerst du dich lauthals über das Wetter. „Warum ist schon wieder sooo schlechtes Wetter! Ich kanns nicht mehr sehen…! Folge: Deine Stimmung geht weiter den Bach hinunter.
Deine Worte haben dich sprichwörtlich in diese Stimmung gebracht. Du bist nun aufgeladen voller negativer Energie. Gar nicht gut!
Nehmen wir nun ein Paradigmenwechsel vor. Selbes Szenario, nur diesmal hast du eine andere Grundhaltung zum Wetter. Du schaust hinaus, gehst eventuell sogar kurz vor die Haustür und blickst für einen Moment (Augen-blick) in den Himmel und bist einfach fasziniert von dieser Weite.
Du sagst zu dir: Inspiration kommt von oben! Yes!!! Du gehst noch einen Schritt weiter in den Regen und sagst: „Je mehr es regnet, desto mehr Inspiration erhalte ich.“ Jeder Regentropfen ist eine Inspirationsquelle für mich aus der ich sprichwörtlich schöpfen darf. Ich brauche mir nur noch eine simple Frage beantworten: „Will ich die Inspiration vom Universum annehmen Ja oder Nein? Und deine Stimmung ändert sich schlagartig. Regnet tut es so oder so – das ist eine unveränderliche Tatsache. Wenn wir die Wohlfühlworte nicht aussprechen, wird die Konditionierung unsere Realität.
Angenommen du würdest nun erneut pitschnass werden, so würdest du mit dem heutigen Wissen nicht mehr sagen, heute ist ein schei… Tag, sondern hey, „weißt du was? Ich wurde gerade von Inspiration nur so überflutet, was kann es Besseres geben.“ Warum sonst denkst du, springen Kinder so gern in Pfützen, nicht um die Eltern zu ärgern, sondern um weitere Inspiration zu erhalten und auch an andere zu versprühen. Jetzt erkennst du (wieder) die Wahrheit!
Verstehst du allmählich worauf ich hinaus möchte. Das Wetter ist kosmologischer Natur, in diesem Fall liegt das außerhalb unseres Einflussbereichs. Akzeptiere die Situation, in dem Falle das Wetter und gleichzeitig darfst du die Bedeutung für dich durch eine gezieltere, bewusstere Wortwahl positiv verändern oder du lässt deine Worte zu sprichwörtlichen konditionierten Energieräubern und Energiezombies werden, ohne dass dir das bewusst ist. Mit der Regentropfen-Inspirations-Brille, wirst du dich ab jetzt an auf Regenwetter freuen. Garantiert!
Du allein entscheidest!

Doch was hat das ganze mit Rhetorik und deiner Rede zu tun? Bin ich im falschen Blog? Nein, keine Sorge, gleich wird es dir einleuchten. Nun wenn wir eine Rede halten, ist die Wortwahl ein sehr wesentlicher Bestandteil. Unsere Worte entscheiden maßgeblich darüber, wie unsere Rede wirkt!
Entweder wir verstärken durch unsere Wortwahl unser Vortragsthema beispielsweise das Weltbild des Gegenüber, inspirieren das Publikum die eigene Ansicht zum vorgetragenen Thema zu überdenken oder wir entkräftigen sie eben.
Darum achte auf deine Worte während des Vortrages und beobachte wie sie wirken! Sie wirken Wunder!
Natürlich brauchst du nicht deinen ganzen Vortrag auswendig lernen und akribisch auf jedes Wort achten, doch je besser du darin wirst deine Worte gezielt einzusetzen, desto gezielter und präziser erfolgt dein gewünschtes Resultat.
Kleiner Tipp: Achte im Alltag mehr auf deine Worte und übernimm diese bewusste Wortwahl Schritt für Schritt auch in deinen Vorträgen.
Wen es interessiert, inspiriert zu diesem Gedanken hin-blick-lich(t) des Wetters wurde ich von Christian Morgensterns Gedicht „Palmström lobt“ aus der Inselverlagsausgabe, die 1952 veröffentlicht wurde. Im Internet hatte ich es nicht auffinden können, doch gewiss schwirrt es noch irgendwo umher. Hier jedenfalls das Gedicht in Gänze:
Palmström lobt das schlechte Wetter sehr,
denn dann ist auf Erden viel mehr Ruhe;
ganz von selbst beschränkt sich das Getue,
und der Mensch geht würdiger einher.
Schon allein des Schirmes kleiner Himmel
Wirkt symbolisch auf des Menschen Kern,
denn der wirkliche ist dem Gewimmel,
ach nicht ihm nur, leider doch recht fern.
Durch die Gassen oder im Gefilde
Wandert Palmström, wenn die Wolke fällt,
und erfreut sich an dem Menschenbilde,
das sich kosmo-logischer verhält.
Im letzten Satz und bei dem Wort „kosmologisch“ wird klar, das sich der Mensch getreuer der Natur verhält, wenn es regnet.
Der hundertste überflüssige Konsumeinkauf, die unnötigen Autofahrten, das immer beschäftigt sein müssen… all das fällt bei Regen meist weg - wir besinnen uns dann mehr auf das Wesentliche und damit schließt sich der Bogen. Wir geben dem Wetter eine andere Bedeutung. Wir geben dem Wetter eine andere Bedeutung, nämlich diejenige die uns (wieder) in Ein-Klang mit dem Kosmos und den Naturgegebenheiten führt! Das ist das Geheimnis hinter Wortbedeutungen. Worte sind wie Geld von Grund auf bedeutungslos bis wir ihnen eine bestimmte Bedeutung verleihen. Den Regen durch die Regentrofeninspirationsbrille zu betrachten ist hierbei nur ein Beispiel.
Wenn du einem Wort daher eine bestimmte Bedeutung leihst, so kannst du diese jederzeit für dich widerrufen und verändern. Gib dem gewünschten Wort eine andere Bedeutung und wenn sich das für dich nicht stimmig anfühlt, wähle ein Wort, das für dich eine positivere Bedeutung hat.
Back to the routes through words! That´s it.



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